• Gründungsjahr der "Feinmechanischen Werkstatt"

    1870 gründete der Göttinger "Universitätsmechanikus" Florenz Sartorius das Unternehmen als "Feinmechanische Werkstatt F. Sartorius" Mit wachsendem Geschäft und nach mehreren Umzügen übernahm er 1872 das Ladengeschäft eines aus Göttingen wegziehenden Mechanikers.

    Die gute Auftragslage verlangte nach der ständigen Erweiterung der Werkstatt. Die notwendigen Investitionsmittel hierfür lieferten die Erlöse aus dem zusätzlichen Handel mit allerlei laborfremden Artikeln, wie z.B. Bestecken.

  • Bau der ersten kurzarmigen Analysenwaage

    In der sich explosionsartig entwickelnden chemischen Industrie war ein schnell wachsender Markt für präzise arbeitende Analysenwaagen entstanden. Die Kunden hatten aber bei Ihrer Arbeit mit konstruktionsbedingten Nachteilen, wie der komplizierten Bedienung und langwierigen Wägevorgängen, zu kämpfen.

    Florenz Sartorius war klar, dass nur die Einführung leichter und kurzer Waagebalken mit großer Festigkeit die Einschwingzeit von Waagen wesentlich reduzieren könnte. Das Problem des zeitraubenden Einschwingverhaltens löste er mit der Entwicklung
    eines kurzarmigen Waagebalkens mit Dreiecksprofil und hoher Steifigkeit.

    Die Gewichtsreduktion wurde durch den Einsatz des damals innovativen Werkstoffs Aluminium erreicht.

  • Membranfiltergesellschaft wird gegründet

    Am 30. Mai 1927 wurde die Membranfiltergesellschaft m.b.H. in Göttingen gegründet. Unter den Gesellschaftern war der Nobelpreisträger für Chemie Richard Zsigmondy.

    Zsigmondy brachte seine Patente in die Gesellschaft ein und übernahm die  „wissenschaftlichen Oberleitung“ unter der die weitere wissenschaftliche Erforschung der Ultrafiltration betrieben werden konnte.

    Der Geschäftsgegenstand der Firma war „die Erforschung, Entwicklung, Herstellung“ und erst dann „der Vertrieb der Membranfilter und der dazugehörigen Apparate“.

  • Herstellung erster Filter-Apparaturen

    Ab Mitte der 1940er Jahre wurden vor allem in der pharmazeutischen Industrie entscheidende Durchbrüche besonders im Bereich der Sterilfiltration und der mikrobiologischen Kontrolle von flüssigen Medien und Gasen erzielt.

    Durch weiterhin intensive Zusammenarbeit mit Forschung und Industrie leistete Sartorius Pionierarbeit in sehr breitem Rahmen. Das Ergebnis hieraus waren weitere Produktneueinführungen, insbesondere von Filter-Apparaturen sowie die Entwicklung von Standardmethoden für verschiedene Anwendungen.

    Ein weiteres Ergebnis dieser Arbeit zeigt sich in einer Fülle wissenschaftlicher Publikationen zum Thema Membranfiltration.

  • Anfänge der mikrobiologischen Analyse

    Aufgrund des weitgehend zerstörten Wasserleitungssystems bestanden nach dem Krieg für die Menschen besonders große Infektionsgefahren, vor allem für Cholera.

    Sartorius half hier mit Filtern zur Trinkwasser Kontrolle diese Situation zu verbessern. Aus diesen Anfängen hat sich mit der mikrobiologischen Analyse eine der Kernkompetenzen von Sartorius entwickelt.

  • Sartorius teilt Wissen

    Schon sehr früh hat Sartorius Maßstäbe in der Herausgabe technisch-wissenschaftlicher Literatur und der Organisation von Schulungs- und Seminar-Veranstaltungen für eigene Mitarbeiter, Kunden und Interessenten gesetzt. Hierdurch wurde der Stand der Technik dokumentiert und neue Anwendungen breiten Anwenderkreisen zugänglich gemacht.

    Diese intensiven Schulung der Spezialisten fanden im Göttinger Schulungszentrum und, zunehmend auch im Land durch reisende Sartorius Trainer statt.

  • Einführung einer neuen Waagen-Generation

    Sartorius brachte mit der SELECTA eine völlig neue Waagen-Generation auf den Markt. Ihr Metallgehäuse und weitere neue Eigenschaften garantieren dieser Waage einen großen Erfolg.

    Zitat aus dem Prospekt aus dem Jahre 1953:
    Analysenschnellwaage SELECTA In den Ausführungen „Standard“, „Rapid“, und „Semi-Micro“. Ein Gerät, das allen Wünschen der modernen Wägetechnik nachkommt. Vollmechanische Gewichtsauflage und Projektionsablesung in einer Blickrichtung. Leichte Handhabung.

  • Sartorius entwickelt ein Programm zur Hämofiltration für Menschen mit Nierenunterfunktion

    In sehr enger Zusammenarbeit mit einschlägigen Fachkliniken entwickelte Sartorius in den 60er Jahren ein Programm zur Hämofiltration für Patienten mit Leberunterfunktion. Bei den Filtereinheiten wurden Ultrafilter in Crossflow-Bauweise, die dazu dienen, menschliches Blut extrakorporal in feste Bestandteile (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen) und das Blutserum, in dem die schädlichen Giftstoffe gelöst sind, zu trennen.

    Dabei handelte es sich um eine spezielle Bauform von dynamischen Ultrafiltrationsfilterelementen.

  • Sartorius arbeitet bei Apollo 11 Mission mit

    Weltweites Aufsehen erregte eine ganz besondere Aufgabe, die 1969 im anwendungs-technischen Labor bei Sartorius gelöst wurde: Apollo 11 hatte von seiner Mond-Expedition Proben von Mondgestein mitgebracht.

    Die NASA sorgte dafür, dass nur weltweit führende Fachinstitute Untersuchungen an diesem äußert raren Material durchführen durften. Bei Sartorius in Göttingen wurde die absolute Oberfläche von 20,2 mg Mondmaterial bestimmt. Dabei wurde am Sartorius Wägesystem Gravimat gearbeitet, mit einer Präzision, die nur bei Sartorius erreichbar war.

  • Erste Tochtergesellschaften werden weltweit gegründet

    Sartorius beginnt in den 1970er Jahren neben der bisherigen Strategie zusammen mit Kooperationspartnern global vertreten zu sein eigene Tochtergesellschaften zu gründen. Das Hauptziel hierbei war es die eigenen Dienstleistungen noch kurzfristiger und näher am Kunden anbieten zu können.

    Dabei spielten auch länderspezifische Vorschriften im Rahmen der Eichgesetzgebung für Waagen eine Rolle.

    Die erste Tochtergesellschaft wurde 1971 in Österreich gegründet, es folgten Gesellschaften in den Niederlanden, in Großbritannien und in Frankreich.

    Ab 1975 wurde die Tochtergesellschaft in den USA - zunächst in einem Hotelzimmer in San Francisco - aufgebaut. 1982 wurde das Zweigwerk für Filtertechnik in Puerto Rico mit Zielrichtung US-Dollar-Markt gegründet.

  • Erster Hersteller von plissiertem Filtermedium in Membranfilterkerzen

    Sartorius war der erste Hersteller von Membranfilterkerzen, deren Filtermedium plissiert, d.h. zickzackförmig angeordnet ist. Diese platzsparende Bauweise ist aus der Luftfiltertechnik bekannt.

    Damit wurde der noch heute gültige Standard für Membranfilterkerzen gesetzt. Die Herausforderung bestand darin, eine Bauweise zu finden, die in-place sterilisierbar ist, das heißt, sie muss eingebaut in einem Filtergehäuse über längere Zeit, unter Druck Temperaturen von über 121°C aushalten.

  • Erste vollständig modulare Laborwaagenserie

    Sartorius entwickelt die erste vollständig modulare und konfigurierbare Laborwaagenserie. Durch Konfiguration kann die Waage sehr genau an die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden. Gleichzeitig ist Cubis die erste Laborwaage mit automatischer Nivellierung "Q-Level". Dies ist eine Innovation, die den Arbeitsalltag der Anwender entlastet und dabei gleichzeitig die Messsicherheit erhöht.